Gesunkene Wracks üben durch ihre morbide Ausstrahlung und die vermutete oder bekannte Historie auf die meisten Taucher eine besondere Faszination aus. Wenn ein Schiff nach einer Havarie schon vor langer Zeit ein nasses Grab gefunden hat, dann haben sich längst Fische und anderes Meeresgetier in den Hohlräumen heimisch gemacht.
In aller Selbstverständlichkeit haben die Wasserbewohner die Überreste der Ladung und die Alltagsgegenstände der Besatzung in ihren neuen Lebens- und Schutzraum integriert, soweit nicht Salzwasser und der Zahn der Zeit den Zerfallsprozess beschleunigt haben. Der rostende Stahl wurde im Laufe der Zeit von einem Bewuchs aus Korallen und Unterwasserpflanzen überzogen und hat so eine Metamorphose vollzogen.

Obwohl für Hobbytaucher heutzutage kaum mehr die Chance für Neuentdeckungen gegeben ist und in den bereits registrierten Wracks keine antiken Amphoren oder andere Schätze zu finden sein werden, so ist der Tauchgang zu einem versunkenen Schiff doch immer auch eine abenteuerliche Expedition. Neben einer geeigneten Ausrüstung gehört auch eine Portion Pioniergeist dazu.

Auch ohne die Angabe der exakten Koordinaten ist die vor Pomonte an der Westküste Elbas gesunkene Elviscott zu orten. Der havarierte Frachter liegt nämlich in nur etwa 12m Tiefe in direkter Küstennähe. Durch die geringe Tiefe können sich auch Tauchanfänger bei geeigneter Ausbildung und Ausrüstung in die verschiedenen Decks der Elviscott vorwagen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen, was sich hier wohl vor über 35 Jahren zugetragen haben könnte. Im Gegensatz zu anderen Schiffsunglücken auf hoher See ist wegen der Küstennähe anzunehmen, dass die Elviscott keinen Mann der Besatzung das Leben gekostet hat. Skrupel beim Fotografieren und Filmen sind somit überflüssig und unbeschwerter Tauchspaß und Enthusiasmus stellen sich von ganz alleine ein, wenn die Unterwasserwelt ihre Geheimnisse offenbart.

 

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